23. Juli, 08:30 Uhr, 10°C, bedeckter Himmel
Mein Ischias hat sich wieder beruhigt und wir starten gleich nach dem Frühstück in den Weinberg.
Leider haben wir keine gute Aussicht von hier. Es ist diesig und bedeckt.
Wir kommen schnell nach Winningen, Kobern, Gondorf, Lehmen. Ab Lehmen haben wir leider keinen Radweg mehr. Wir fahren auf einer abgeteilten Spur auf der Landstraße. Die Sonne strahlt inzwischen, es ist warm, aber nicht heiß. Urlaubswetter.
Hatzenport, Moselkern,
Müden. Ausgedehnte Mittagspause in Karden. Ab Pommern endlich
wieder Radweg. Nach 45 km erreichen wir gegen 14 Uhr Cochem
bei strahlendem Sonnenschein. Wir finden schnell ein privates
Zimmer in Cond, gleich neben der Brücke. Da wir uns Cochem
anschauen wollen und das Wetter so toll ist, beschließen
wir, einen Tag hier zu bleiben. Wir ruhen uns aus, essen dann
griechisch und machen abends eine Lichterfahrt mit dem Schiff.
Ein wenig Romantik muss ja nun auch sein, wenn schon mal keine
Kinder dabei sind.
24. Juli
Als wir aufstehen, regnet es. Wir können erst um 10:30 Uhr raus und machen uns auch gleich auf den Weg zur Reichsburg, ein Besuch, der sich lohnt. Mittags essen wir im Restaurant "Alt-Cochem". Das hätten wir uns besser verkniffen. Das Essen ist Touristenfraß, der Kellner hat einen Drive wie eine Schlaftablette, gleichgültig bis unfreundlich. War also nix. Vielleicht haben wir heute Abend mehr Glück. Schnell zurück auf's Zimmer, Schwimmsachen packen. Man hat uns einen Besuch im Erlebnisbad ans Herz gelegt, dem einzigen Wellenbad an der Mosel. (Warum wird es plötzlich so dunkel?) Kaum sind wir im Wasser, geht draußen ein dicker Regenschauer runter. Macht nichts, wir sind sowieso nass. Das Erlebnisbad ist toll - für Familien mit Kindern. Viele Attraktionen, wie die lange Rutsche, ein Wasserfall und ein wunderschönes "Kinderland" lassen alle Kinderherzen höher schlagen. Bei schönerem Wetter wäre sicher das Freibad geöffnet. Gleich nebenan gibt es Minigolf, Tennisplätze und einen schönen Campingplatz. Aber wir sind ohne Kinder hier und wollen ja eigentlich nur etwas schwimmen. Wir hätten das Eintrittsgeld besser für anderes ausgegeben. Das Freibad ist geschlossen, das Hallenbad so voll, dass man Schwimmen vergessen kann. Sobald die Wellen kommen, fühle ich mich, wie einer dieser Pinguine, die man im Fernseher immer sieht. Genauso eng gedrängt stehen die Leute im Becken. Für uns war das Erlebnis ein mageres.
Nach einer Stunde waren wir wieder auf dem Heimweg. Wir gehen in den Ort und schauen eine Weile beim Freiluftschach zu, von denen es hier einige gibt.
Mein Mann, ein leidenschaftlicher Schachspieler, ist begeistert. Am späten Nachmittag überwindet er sogar seine Höhenangst und wir schweben im Sessellift zum Pinnerkreuz. Wir bewundern die herrliche Aussicht über das Moseltal (es wird schon wieder schaurig dunkel) und genehmigen uns - wie könnte es anders sein - noch einen gemütlichen Kaffee im Sesselbahn-Terrassencafé. Einfach noch etwas den Tag genießen. Viel Genuss ist uns nicht gegönnt. Denn kaum sitzen wir, beginnt es zu regnen. Wieder unten, suchen wir uns ein Restaurant und finden in der Brückenstraße das "Louisiana". WOW ! Das Restaurant ist wirklich toll ! Im Louisiana-Stil eingerichtet, tolle Musik spielt, eine aufmerksame Kellnerin bedient uns und wir bekommen ein hervorragendes Essen. Sollten wir irgendwann mal wieder nach Cochem kommen, werden wir dort essen. Noch ein Spaziergang durch den Ort und dann zeitig ins Bett. Denn morgen geht's weiter.
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